Teutoburger Wald: LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim - Vortrag zur Sonderausstellung "Albert Renger-Patzsch" - 3. Juni

Veröffentlicht auf 31. Mai 2012

Glasmacher bei SCHOTTLWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim lädt ein

Petershagen (lwl). Zu einem Vortrag mit der Kuratorin der Ausstellung "Albert Renger-Patzsch. Industriefotografien für SCHOTT" Dr. Angelika Steinmetz-Oppelland lädt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Sonntag, 3.6. um 18 Uhr in sein Industriemuseum Glashütte Gernheim in Petershagen ein.
Die Kuratorin der Sonderausstellung gibt einen Einblick in die Zusammenarbeit zwischen der Glasfabrik SCHOTT und dem bedeutenden deutschen Fotografen Albert Renger-Patzsch. Erläutert werden darüber hinaus die in den Fotos dargestellten Produktionsschritte und die Bedingungen, unter denen sie aufgenommen wurden.

Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei.

Die Ausstellung im Herrenhaus der Glashütte Gernheim zeigt ca. 60 Originalabzüge, sogenannte Vintage Prints des Fotografen. Renger-Patzsch dokumentierte für die Glasfabrik SCHOTT alle Stationen der Glasherstellung – von der Zusammenstellung des Gemenges bis zum fertigen Produkt. Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Juni in Gernheim zu sehen. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

Hintergrund:

Die Zusammenarbeit zwischen SCHOTT und Albert Renger-Patzsch begann 1936. Zu diesem Zeitpunkt war Renger-Patzsch bereits ein renommierter Fotograf, der im Auftrag zahlreicher Industrieunternehmen Werke, Produkte und Produktionsabläufe dokumentierte. Auch für SCHOTT, zunächst im Jenaer Glaswerk, nahm er alle Vorgänge des Glasmachens auf. Diese Dokumentationen setzte Renger-Patzsch ab 1954 in den Werken von SCHOTT in Mainz fort. Seine letzten Aufträge für SCHOTT erhielt er für das Tochterunternehmen in Grünenplan. Ab 1956 entstanden dort noch einmal Aufnahmen der Arbeitsprozesse im Glaswerk, seiner Mitarbeiter und Produkte.

Der Fotograf Albert Renger-Patzsch (1897-1966)

Nachdem Albert Renger-Patzsch durch seinen Vater die Techniken der Fotografie erlernt hatte, leitete er Anfang der 1920er Jahre das Bildarchiv des Folkwang-Verlags und war zugleich dort als Fotograf tätig: Er dokumentierte Kunstwerke, vor allem aber fertigte er Aufnahmen von Pflanzen - ihrer Struktur und Details - an. Eine Zusammenschau seines Werkes erschien 1928 unter dem Titel ‚Die Welt ist schön‘.

Seit Ende der 20er Jahre lebte Renger-Patzsch in Essen. Er verfügte über ein Atelier im Museum Folkwang und unterrichtete 1933 für sieben Monate an der Folkwang-Schule. Während dieser Zeit entstanden zugleich viele seiner Ruhrgebiets-Ansichten. Mitte der 1930er Jahre nahmen seine Aufträge für Industrieunternehmen zu. U.a. entstand 1937 die Firmenschrift ‚Jenaer Glas für Laboratorien’. Renger-Patzsch zählt heute zu den bedeutendsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit.

 

LWL-Industriemuseum 

Glashütte Gernheim

Gernheim 12

32469 Petershagen

Tel +49 5707 9311-18

Fax +49 5707 9311-11


Foto: SCHOTT Archiv

Geschrieben von teuto

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