Teutoburger Wald: Tinnitus-Behandlung in Bad Salzuflen mit hoher Erfolgsquote

Veröffentlicht auf 6. Oktober 2011

Hilfen gegen die Folter im Ohr

Bad Salzuflen. Schon der Weg zu den Räumen des IN-TI im Staatsbad Vitalzentrum Bad Salzuflen ist eine angenehme Erfahrung. Schön gestaltete Räume mit einer offenen Empfangszone, die zum Ausprobieren von allerlei ungewöhnlichen Hörproben und Geduldsspielen einlädt, ein freundlicher Ruheraum – das ist auf den ersten Blick zu sehen. Zu sehen ist auch, dass bei der Gestaltung sorgfältig über die Bedürfnisse der Patienten nachgedacht wurde, die von ständigen Ohrgeräuschen gequält werden. Der Gang ist hell und ruhig, die Stille wird unterbrochen von Trommelwirbeln. „Das sind Djemben, afrikanische Trommeln, die mit Vorliebe von unseren Patienten genutzt werden“, so eine Therapeutin.

 

tinnitus-trommeln.JPGWas ist eigentlich Tinnitus? In nüchternen Worten wird das Symptom als akustische Wahrnehmung bezeichnet, die auf einer Störung der Hörfunktion beruht. Die Betroffenen hören ohne Unterbrechung ein Geräusch, das für andere nicht wahrnehmbar ist. Etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind von dieser Erkrankung dauerhaft betroffen, 40 Prozent haben das Phänomen mindestens einmal in ihrem Leben kennengelernt. Fachleute bezeichnen Tinnitus inzwischen als Volkskrankheit. Der Beginn der Symptomatik liegt in der Regel zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen.

Was das für den einzelnen Patienten bedeutet, erzählen die Teilnehmer einer Tinnitus-Kur im renommierten Institut für Tinnitus Diagnostik und Therapie GmbH IN-TI in Bad Salzuflen. Die sechs Männer und drei Frauen versuchen, ihren Ton im Ohr zu beschreiben – neun Mal anders. Pfeifen, Rauschen, Summen, Grillenzirpen, hoher Frequenzton, Gezwitscher, Sendeschlusston im Fernsehen, Piepen, Kurzwellensenderton – und das alles ständig, ohne Pause, Tag und Nacht. Und da die Menschen zwei Ohren haben, gibt es den Fall, dass es im einen Ohr rauscht und im anderen hochfrequente Töne zu hören sind.

Bei vielen war ein Hörsturz der Auslöser ihres Tinnitus. Bei allen hat die Erkrankung auch Wirkungen auf ihr soziales Leben. „Sie müssen sich vorstellen: Es gibt nie Ruhe. Zuhören wird anstrengend. Und niemand versteht, warum Sie sich zurückziehen“, so ein Patient aus Süddeutschland, der lange gesucht hat, bis er auf das IN-TI in Bad Salzuflen hingewiesen wurde. Die anderen bestätigen, dass sie sich nicht ernst genommen fühlten, im Freundeskreis und am Arbeitsplatz nicht, und oft auch nicht von den vielen Ärzten, deren Praxen sie aufgesucht haben.

 

Die Frauen und Männer erzählen, dass es zwei Möglichkeiten gibt, auf die Folter des Dauertons zu reagieren: Mit Aggression oder mit Depression. „Ich bin manchmal so wütend geworden, das muss doch jetzt mal aufhören, habe ich geschrien, aber es hat nicht aufgehört“, so eine Patientin. „Man kann nichts machen, ist dem Ton ausgesetzt und isoliert – ich habe so manches Mal mit dem Gedanken an Selbstmord gespielt“, beschreibt ein Patient sein Erleben. Andere kennen beides, die Wut und die Mutlosigkeit. Die Patienten berichten, dass sie im IN-TI aufleben, ernst genommen werden, Hoffnung schöpfen. Sie lernen Strategien, mit ihrem Ton umzugehen. „Der Stress muss raus, dann geht es besser“ – so erklärt ein Patient eine wichtige Erfahrung.

 

Das IN-TI arbeitet nach einem handlungsorientierten Konzept mit der Tinnitus-Retraining Methode überaus erfolgreich. Das belegen sämtliche Aussagen, wie Elke Loebnau, Diplom-Psychologin und Geschäftsführerin des IN-TI, berichtet. Diesen Erfolg führt sie auf eine hohe Therapiequalität und den individuellen und ganzheitlichen Behandlungsansatz zurück. Die Inhalte sind vor allem intensive Diagnostik, Tinnitus-Bewältigungs-Training, Bewegung, Entspannung, Klangtherapie sowie physikalische Therapie. Bei diesem Programm werden die bewährten Therapieeinrichtungen im Staatsbad Vitalzentrum genutzt.

Eine Tinnitus-Kompaktkur dauert 21 Tage und wird im IN-TI in Bad Salzuflen 24 Mal im Jahr durchgeführt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen 100 Prozent der Gruppentherapie- und Arztkosten und 90 Prozent der Kosten für physikalische Therapie. Dazu kann ein Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung gewährt werden. Behandelt werden neben Tinnitus auch Hyperakusis (starke Geräuschempfindlichkeit) und Schwindel. Nach der Kur ist übrigens das Team des IN-TI in den nächsten zwei Jahren über einen Telefonservice für seine Patienten da.

 

Das IN-TI ist Ende 2010 von Bad Meinberg ins Staatsbad Salzuflen Vitalzentrum umgezogen. Das IN-TI Team beschreibt die Pluspunkte, die für seine Arbeit wichtig sind: Dazu gehören die schön gestalteten Räume in einem Zentrum, in dem die Patienten alle Anwendungen unter einem Dach wahrnehmen können. Dazu gehört die Nähe zu Kurpark und Landschaft, zu einer Innenstadt, die attraktiv ist und eine Menge Abwechslung bietet, und zu den Unterkünften unterschiedlichster Art. Die Befragung der Patienten, die oft erst nach langer Suche im IN-TI einen Weg aus ihrer Geräuschfolter gefunden haben, zeigt hohe Zufriedenheit und Akzeptanz. Wer mit der einen oder dem anderen Betroffenen spricht, hat den Eindruck von Schiffbrüchigen, die endlich rettendes Land erreicht haben. Viele hätten diese Hilfe gern eher kennengelernt, eine bringt es auf den Punkt: „Es wäre so viel besser gewesen, diese Behandlung früher zu bekommen. So vieles wäre mir erspart geblieben.“

 

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Geschrieben von teuto

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