Veröffentlicht auf 18. März 2014

Noch 100 Tage bis zum UNESCO-Welterbe
Corvey ist in diesem Jahr einziger deutscher Kandidat

1_geb_kloster_corvey_gr.jpgHöxter. Es wird wohl ein Sonntag sein, aller Voraussicht nach der 22. Juni, an dem die altehrwürdige Reichsabtei Corvey hoffentlich im Rampenlicht der internationalen Bühne strahlt. Noch 100 Tage vergehen, bis das UNESCO-Komitee in Doha, der Hauptstadt von Katar am Persischen Golf, die lang ersehnte Entscheidung über das Welterbe fällt. Mit Corvey und seinem „Karolingischen Westwerk“ hat die Bundesrepublik Deutschland in diesem Jahr den einzigen Welterbe-Kandidaten ins Rennen geschickt. 15 Jahre Vorarbeit und vier dicke Antragsbände mit mehr als 700  Seiten haben den Weg begleitet.
 
DSC9264Nachdem der Bergpark Wilhelmshöhe und die barocken Wasserkünste in Kassel seit vergangenem Sommer zum universellen Kulturerbe der Menschheit zählen, wäre das nur wenige Kilometer entfernt liegende Corvey dann die 39. Welterbestätte in Deutschland. Die geografische Nähe ist allerdings kein Problem, denn der Kasseler Park punktet als Natur- und Kulturerbe mit ganz individuellen Schwerpunkten aus einer anderen Zeitepoche. So hat das Welterbe-Komitee den Park und die Herkulesfigur als außergewöhnliches und einmaliges Beispiel monumentaler Wasserbaukunst des europäischen Absolutismus gewürdigt.

Corvey dagegen überzeugt mit anderen Qualitäten: Es verfügt über das einzige nahezu vollständig erhaltene karolingische Westwerk der Welt. Dieses einmalige Zeugnis vereint Innovation mit dem Rückgriff auf antike Vorbilder auf hohem Niveau und hat als Bautypus die abendländische Architektur ganz wesentlich geprägt. Außerdem gehörte Corvey im Frühmittelalter zu den einflussreichsten Klöstern und entwickelte sich schnell zum geistigen und politischen Zentrum im Frankenreich.
Berühmt für seine Bibliothek und Schule, wurde das Benediktinerkloster zum bedeutendsten Vermittler der christlichen Kultur in Nordeuropa. 

Corvey_Logo_neu.jpgDer Zeitpunkt der UNESCO-Entscheidung steht unter einem ganz besonderen Zeichen: Denn eine Woche zuvor steht Corveys Schutzpatron, der Heilige Vitus, im Mittelpunkt. Zu seinen Ehren wird auf dem ehemaligen Klostergelände das traditionelle Vitusfest gefeiert. Dieser Namenstag am 15. Juni läutet auch zwei erlebnisreiche Aktionswochen ein, die unter dem Motto „Wort, Schrift, Klang“ die Tage rund um die Welterbe-Entscheidung spannend gestalten.

Ganz gleich, wie schließlich die Entscheidung des Welterbe-Komitees ausfällt,  die ehemalige Reichsabtei an der Weser ist auf jeden Fall zunehmend in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Mit großem Engagement wurde in der Vergangenheit viel geschafft, erforscht und bewegt. Corvey wird in jedem Fall attraktiver Anziehungspunkt mit überregionaler Strahlkraft bleiben.

 

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Geschrieben von teuto

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